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20.10.2019 - nutriteam gmbh


Fasten - ein alter Brauch im Aufschwung

Das Wort «fasten» bedeutet soviel wie «an den Geboten festhalten». Früher waren damit die religiösen Fastenregeln gemeint. Auch heute noch gibt es in allen grossen Weltreligionen Fastenzeiten. Was seit Jahrhunderten von vielen Gläubigen praktiziert wird, erlebt zurzeit einen enormen Aufschwung. Bereits Hippokrates setzte das Fasten als medizinische Therapie ein: «Wenn die Krankheit auf ihrer Höhe ist, dann muss die knappste Nahrungszufuhr erfolgen». 

Fasten für eine verbesserte Wahrnehmung
Der Mensch ist von Natur aus darauf eingerichtet, für eine gewisse Zeit ohne Nahrung auszukommen. In der westlichen Welt müssen wir jedoch nicht mehr hungern. Bei unseren Urahnen aber gab es immer mal wieder Zeiten ohne Essen. Ein gesunder Mensch kann gut einen Monat ohne feste Nahrung auskommen, solange er genügend Wasser, Vitamine und Mineralien hat. Bei vielen Menschen hat die Fasten-Kur durchaus positive Effekte auf Körper, Geist und Seele. In der Fastenzeit werden Hunger und Sättigung wieder besser wahrgenommen. Manche sehen dies als Chance, kritisch über ihre Gewohnheiten und jene unserer Wohlstandsgesellschaft nachzudenken.

Fasten kann ein Impuls sein, um seine Lebens- und Essgewohnheiten zu überdenken und seine Ernährung langfristig umzustellen. Fastende berichten, dass die Ruhe und Gelassenheit, in der sich der Darm befindet, auch auf die Psyche übergehen. Indem das Essen wegfällt, bleibt Fastenden plötzlich viel mehr Zeit für sich selber – dies wird oft genutzt, um sein eigenes Leben zu überdenken und evtl. neue Wege einzuschlagen.

Die bekannten Begründer des Fastens waren der deutsche Arzt Otto Buchinger, der das Heilfasten prägte und der österreichische Arzt F.X. Mayer, der die F.X.-Mayr-Kur erfand.

Es gibt nebst diesen beiden bekanntesten Fastenmethoden auch noch andere Arten von Fasten, wie die unten stehende Tabelle zeigt.

Verschiedene Arten des Fastens

Heilfasten nach Buchinger

Während des Fastens werden Gemüsebrühe und Säfte konsumiert. Weiter sollten täglich 2-3 Liter Kräutertee und Mineralwasser aufgenommen werden.
Fasten nach F.X.MayrBeim Fasten nach F.X.Mayr werden altbackene Brötchen und etwas Milch konsumiert bis eine leichte Sättigung eintritt. Daneben wird reichlich Wasser und Kräutertee getrunken.
Totales Fasten
Beim totalen Fasten werden nur energiefreie Getränke, wie Wasser und Tee konsumiert. Dabei sollten mindestens 3 Liter davon zugeführt werden.
SaftfastenBeim Saftfasten werden über den Tag verteilt 1-1.5 Liter frisch gepresste oder hochwertige ungezuckerte Obst- , Gemüse- und Grassäfte getrunken.
FrüchtefastenBeim Früchtefasten werden 3- bis 5-mal pro Tag eine Portion Obst oder auch eine Portion gedünstetes Gemüse konsumiert. Neben dem Obst und dem Gemüse sollten viel Wasser und Kräutertee, und auch Obst- und Gemüsesäfte getrunken werden.
MolkefastenBeim Molkefasten wird neben ca. einem Liter Molke Mineralwasser und Fruchtsäfte konsumiert.
TeefastenBeim Teefasten werden ausschliesslich dünne Kräutertees, Wasser und Gemüsebrühe getrunken.
DetoxBei Detox handelt es um die jüngste Fastenmassnahme.


Hat das Fasten gesundheitsfördernde Auswirkungen?
In unterschiedlichen Studien wurde gezeigt, dass Fasten positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel (z.B. Glucose, Insulin), den Verdauungstrakt, auf Herz-Kreislauf (z.B. Blutdruck) sowie auf rheumatische Erkrankungen haben kann. Studien zeigen auch einen positiven Effekt bei Migräne und auf das Immunsystem. An Mäusen konnte gezeigt werden, dass Fasten positive Effekte gegen das Tumorwachstum haben kann und der Tumor besser auf die Chemotherapie anspricht. Aus Tieruntersuchungen ist auch seit längerem bekannt, dass eine Kalorienreduktion zu einer Lebensverlängerung führen kann.

Neben einer Kalorienrestriktion wurden versuchsweise solche Wirkungen auch durch "Dinner cancelling" (auslassen einer Mahlzeit) oder durch intermittierendes Fasten erzeugt. Unsere Genetik und Physiologie sind primär darauf ausgerichtet, nicht zu verhungern. Unsere Gesellschaft und vor allem die Wirtschaft hingegen auf Konsum. Wenig essen – insbesondere beim permanenten Überangebot, fällt Menschen schwer. Deswegen scheitern häufig Diäten und Abnehmprogramme. Fasten dagegen lässt sich erfahrungsgemäss leichter durchhalten als weniger zu essen. 

Beim richtig durchgeführten Fasten besteht gute Leistungsfähigkeit ohne Hungergefühl. Unverzichtbar dabei sind:
  • eine ausreichende (mind. 2.5 l/Tag) kalorienfreie Flüssigkeitszufuhr wie Mineralwasser und Tee sowie natürliche Anteile in flüssiger Form wie Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte und evtl. Honig
  • die Förderung der Ausscheidungsvorgänge über Darm, Leber, Nieren, Lungen, Haut
  • das Einstellen eines Gleichgewichtes zwischen Bewegung und Ruhe
  • sorgfältiger Kostaufbau und Hinführung zu einem achtsameren Lebensstil

Was hat Fasten mit der sogenannten Autophagie zu tun?
Das griechische Wort «autophagos» bedeutet «sich selbst verzehrend». Aufgrund grösseren Abständen der Mahlzeiten wird das Körpereigene «Klärwerk» in Betrieb gesetzt. Beschädigte Proteine werden beseitigt. Autophagie ist einer der wichtigsten Prozesse im menschlichen Körper, um die Zellen gesund und leistungsfähig zu halten. Es ist eine Art Selbstverdauungsprogramm, das die Zellen reinigt und entgiftet.

Die Autophagie kann angekurbelt werden durch körperliche Aktivität aber auch durch Fasten. Dem japanischen Wissenschaftler Yoshinori Osumi wurde für seine Entdeckungen auf diesem Gebiet 2016 der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen.

Der Prozess der Autophagie



Warum ist die Autophagie wichtig?
Ohne Autophagie, würde sich der Abfall in unseren Zellen anhäufen. Es können auf diese Weise auch Bakterien oder andere Mikroorganismen in der Zelle bekämpft werden. Damit kommt der Autophagie eine Schlüsselfunktion zu.

Die Selbstreinigung der Zellen wird nicht nur durch Fasten ausgelöst, sondern auch durch sportliche Betätigung und durch Nahrungsmittel, namentlich Kaffee, Zitrusfrüchte, fermentiertem Käse, Sojabohnen, Weizenkeimen und Pilzen. Dabei spielt offenbar das in diesen Nahrungsmitteln enthaltene Protein Spermidin eine wichtige Rolle. Es bewirkt, dass Autophagie stattfindet sprich die Zellreinigung angekurbelt wird. Es hat dadurch eine verjüngende Wirkung. Der Biochemiker Frank Madeo und sein Team an der Uni Graz haben 2009 erstmals über diese Wirkung von Spermidin publiziert. Zurzeit läuft an der gleichen Uni die sogenannte „InterFAST-Studie“. Mit ersten Ergebnissen ist anfangs 2018 zu rechnen.

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